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01.02.

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Der Patriot am 01.02.2010

Ein Bürgermeister zum Anfassen

Dank und höchste Anerkennung für den neuen Ehrenringträger Franz Klocke „Die Interessen und Wünsche der Stadt charmant und prägnant vorgebracht“

LIPPSTADT Die wunderschöne „Alte Kapelle“ in der Thomas-Valentin-Bücherei bot ein einladendes Ambiente für den hochfestlichen Anlass, in dessen Mittelpunkt der ehemalige Bürgermeister Franz Klocke stand. In einem feierlichen Zeremoniell, an dem viele Weggefährten Klockes teilnahmen, vor allem ehemalige und aktive Ratsmitglieder, wurde dem 72-jährigen CDU-Politiker am Samstagmorgen der Ehrenring der Stadt Lippstadt verliehen.„Es ist mir eine Ehre und eine ganz besondere Freude“, so sagte Bürgermeister Christof Sommer in seiner Laudatio. Franz Klocke sei ein Bürgermeister „par excellence“ gewesen. Vor allem mit Blick auf seine Bürgernähe und seinen immensen repräsentativen Einsatz. „Mittendrin“ zu sein - so Sommer - sei für ihn immer ganz wichtig gewesen. Dabei zitierte er Klocke selbst, der einmal gesagt habe: „Ich wollte immer ein Bürger unter Bürgern sein; wollte nicht nur hinterm Schreibtisch sitzen, sondern als einfacher Mensch mittendrin sein.“
Franz Klocke - der von 1984 bis 1994 „erster Bürger“ der Stadt war, danach Vize-Bürgermeister - habe sich seiner Aufgabe mit großer Leidenschaft, mit Engagement, aber auch mit Souveränität, Selbstsicherheit, mit Zuverlässigkeit, Disziplin und Fleiß gewidmet, so Sommer. Und wörtlich fügte er hinzu: „Franz Klocke hat die Stadt hervorragend vertreten, war stets im Thema und hat es verstanden, die Interessen und Wünsche der Stadt immer prägnant und charmant vorzubringen.“
Seine Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen, habe sich vielfach positiv ausgewirkt, so Sommer weiter - z.B. bei der Städtefreundschaft mit Uden („da hat er das Freundschaftsband immer wieder gestärkt“) oder auch bei der Patenschaft mit der Heimatgruppe Bielitz-Biala. Wie groß auch die persönliche Nähe Klockes zu den Udener Freunden ist, unterstrich die Anwesenheit von hochkarätigen Gästen am Samstagmorgen in der Alten Kapelle. Udens Bürgermeister Henk Hellegers, seine Vorgängerin Dr. Kersten und die enge Freundin und Vorsitzende der „Stichting Jumelage“, Jos é Huisman-de Bie, waren aus den Niederlanden angereist.

Und auch die übrigen, ebenfalls anwesenden Ehrenringträger Werner Roß, Friedrich-Wilhelm Herhaus, Gisbert Koerdt, Horst Schneider, Walter Neumann und Dieter Epping (Dr. Barbara Christ konnte aus Gesundheitsgründen nicht teilnehmen) erwiesen dem neuen Ehrenringträger ihre Reverenz. Und sie zollten viel Beifall, als Bürgermeister Sommer die hohe Auszeichnung übergab. Sommer: „Heute nun ist der Tag, Franz Klocke für seinen Einsatz Lob und Anerkennung zukommen zu lassen. Er hat sich bewusst der kommunalpolitischen Verantwortung gestellt und ist für viele zum Vorbild geworden.“

Dieter Epping, Friedrich-Wilhelm Herhaus, Werner Roß und Horst Schneider (v.l.). Nicht auf dem Bild W. Neumann und G.Koerdt

Als einer der wichtigsten Weggefährten Klockes würdigte anschließend der ehemalige Stadtdirektor Friedrich-Wilhelm Herhaus die großen Verdienste des 72-Jährigen. Franz Klocke habe vorbildlichen Einsatz geleistet im Dienst der Allgemeinheit und die Würde, vor allem aber auch die Bürde und Last der Verantwortung für das öffentliche Wohl übernommen Herhaus: „Lieber Franz, erfreulicherweise gibt es immer noch Menschen wie Dich, die nicht nur am eigenen Wohlergehen interessiert sind, sondern auch am Schicksal des Nächsten. Die sich als Mitglied einer Gemeinschaft verstehen, von der sie nicht nur Vorteile empfangen, sondern für die sie auch Verantwortung übernehmen.“ Franz Klocke, so Herhaus, habe sich durch Bürgernähe und Fachkunde ebenso ausgezeichnet wie durch eine klare Linie und ein offenes Wort. „Du warst ein Bürgermeister zum Anfassen.“
„Es waren schöne und zugleich hochinteressante Jahre“, sagte Franz Klocke in seiner Dankesrede. Im Team mit anderen, so machte er deutlich, habe er mithelfen dürfen, einiges an positiver Entwicklung für die Stadt zu erreichen.

Allerdings, Franz Klocke hat in seiner langjährigen Ratsarbeit nicht nur „eitel Sonnenschein“ erlebt. „Die biblischen Tugenden in ihrer reinsten Form“, so Klocke wörtlich, seien auch in der kommunalen Politik („wie wohl auf allen Ebenen der Politik“) nicht besonders ausgeprägt.
Dennoch, so lange eine Stadt über Menschen verfüge, die bereit seien, füreinander einzutreten, so lange habe jede Stadt eine Zukunft, betonte Franz Klocke in Abwandlung eines Zitats des ehemaligen Bundeskanzlers Ludwig Erhard.
Der 72-Jährige erinnerte auch an die Anfänge seiner politischen Laufbahn. 1979 war das. Klocke rückte von einem hinteren Listenplatz überraschend ins Ratsparlamen. „Ich verrate auch heute nicht, was meine Frau zu mir sagte, als ich ihr beichten musste - es war schon nach Mitternacht - dass ich von nun an Mitglied des Rates der Stadt Lippstadt war.“ Klocke schmunzelnd: „Doch sie hat den ersten Schreck damals gut überstanden.“
Mit Blick auf das 825-jährige Stadtjubiläum stellte der ehemalige Bürgermeister fest, dass Bürger dieser Stadt zu allen Zeiten mitgeholfen hätten, Lippstadt zu einer „lebens- und liebenswerten Stadt“ zu entwickeln. Er selbst habe dazu gerne einen bescheidenen Beitrag geliefert.
Abschließend richtete Franz Klocke vielfachen Dank an seine Weggefährten. An Bürgermeister Christof Sommer für dessen lobenden Worte, an den ehemaligen Stadtdirektor Friedrich-Wilhelm Herhaus für die von gegenseitigem Vertrauen geprägte Zusammenarbeit („da habe ich viel gelernt“) und auch an die „verehrte Vorgängerin im Amt“, Dr. Barbara Christ. „Heute darf ich ehrlich zugeben, dass ich im Vorfeld ihrer Nachfolge ob der Bürde eines solchen Amtes und ob der großen Schuhe, in die ich damals treten musste, manch schlaflose Nacht gehabt habe.“
Dank richtete Klocke auch an Rat, Partei und Fraktion, an die Freunde aus der Partnerstadt Uden und nicht zuletzt an seine Ehefrau Elisabeth und die Familie für die „immerwährende Unterstützung während meiner politischen Arbeit“.
Auch Bürgermeister Sommer und Ex-Stadtdirektor Herhaus hatten sich zuvor herzlich bedankt bei der Familie Franz Klockes, vor allem bei seiner Ehefrau. Christof Sommer zu Elisabeth Klocke: „Irgendwie gehört der Ehrenring auch ein bisschen Ihnen.“



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